Unabhängig von US‑Diensten: Kommunen und Unternehmen digital robust aufstellen
Angaben) schlagen in dieselbe Richtung: den Software‑Giganten Microsoft Corporation möglichst klein zu halten. Denn mit Tools wie Word, Excel, Outlook oder Teams dominiert Microsoft den Büro‑ und Verwaltungsalltag vieler Unternehmen – und damit eine Abhängigkeit, die zunehmend kritisch gesehen wird.
Warum der Rückzug von US‑Tools?
Inzwischen haben sich Politik und Entscheider beim „Gipfel zur Europäischen Digitalen Souveränität“ am 18.11. darauf verständigt: Es ist Zeit, die Abhängigkeit von US‑Software zu reduzieren. Der Senior Consultant Jörn Bittner bei Consultix sieht das gelassen positiv: Seiner Ansicht nach sind sich Experten in Deutschland und Europa einig, dass gerade hinsichtlich DSGVO‑Konformität und politischer Eingriffsmöglichkeiten US‑Lösungen keine beruhigende Perspektive liefern.
Datenschutzrechtliche Grundsatzlage
Bereits im Juli 2020 erklärte der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Datenschutzvereinbarung „Privacy Shield“ mit den USA für ungültig – damit wurden Übermittlungen personenbezogener Daten in die USA unter diesem Mechanismus blockiert, weil das Datenschutzniveau nicht als ausreichend eingestuft wurde. Gleichzeitig verpflichtet US‑Recht US‑Konzerne, auf Anfrage Sicherheitsbehörden Daten ausländischer Nutzer:innen preiszugeben. Wer also Gewinnspiele veranstaltet, Werbung schaltet, Newsletter verschickt oder Dokumente digital austauscht, fällt unter die Datenschutz‑Grundverordnung (DSGVO) und muss datenschutzrechtlich handeln – so Bittner.
Risiken im Tagesgeschäft
Ein deutsches Unternehmen legt seine Daten in einer US‑Cloud ab, die auf den ersten Blick DSGVO‑konform wirkte. Plötzlich aber entscheidet der US‑Mutterkonzern, künftig Server im EU‑Ausland statt in den USA zu betreiben – ohne dass die Tochtergesellschaft beeinflussen könnte, wer wann Zugriff hat. Ergebnis: Datenverantwortliche verlieren die Kontrolle. Ein Verstoß kann zu hohen Rechtskosten führen; im Worst‑Case geraten Daten in kriminelle Hände. Solch ein Szenario mag selten sein – doch schon die Tatsache, dass es möglich ist, birgt Kosten– und Reputationsgefahren in einer ohnehin angespannten Wirtschaftslage.
Die Lösung: eigene Tools & Server
Eine praktikable Antwort auf die wachsende Nachfrage nach sicherem und DSGVO‑konformem Online‑Austausch bieten Open‑Source‑Lösungen wie Jitsi Meet oder Element (Matrix) (für Videokonferenzen) und Nextcloud (für Dokumenten‑Austausch). Anbieter dieser Tools gehen nach eigener Aussage gezielt auf Anforderungen von Verwaltungen und Unternehmen ein, bieten persönliche Beratung bei der Einführung und betreiben Server in Deutschland oder zumindest in Europa. Damit lassen sich digitale Meetings via Browser oder Client realisieren – oft mit günstigeren Lizenzverträgen als bei großen US‑Anbietern.

